Wie finde ich als selbständige Physiotherapeutin über Instagram Patienten?
Du brauchst keine Reichweite, um gefunden zu werden
130 Follower. Mehr hatte Lisa nicht.
Lisa führt ihre Kinderphysiotherapie in Paderborn allein. Instagram war für sie lange vor allem eines: Ballast nach Feierabend. Dann hat sie angefangen, regelmäßig kurze Videos zu drehen. Nach vier Wochen kam die erste Neuanfrage über Instagram.
„Dann kam durch Instagram die Neuanfrage, das war das Sahnehäubchen. Ich bin nach Feierabend aufs Fahrrad gestiegen und dachte: Du machst das auf jeden Fall weiter.“
Lisa Luis, Kinderphysiotherapie Paderborn
Für eine Praxis vor Ort zählt nicht, wie viele Menschen dich irgendwo sehen. Es zählt, ob die richtigen Menschen in deiner Nähe dich kennen, bevor sie einen Termin brauchen.
Was Patienten speichern: Anleitungen, die helfen
Lisas Reel „Sitzen lernen“ ist 38 Sekunden lang. Es zeigt Eltern in drei Schritten, wie ihr Baby sitzen lernt. Es wurde über 60.000 Mal angesehen (Stand November 2026).
Spannender als die Aufrufe ist, was danach passiert ist: Über 1.000 Menschen haben das Reel gespeichert und über 900 haben es weitergeschickt, beides deutlich öfter, als es Likes bekam. Eltern heben die Anleitung auf und schicken sie anderen Eltern. So lernen Familien eine Praxis kennen, lange bevor sie anrufen.
Daraus lässt sich etwas für jede Physiotherapie ableiten. Gut funktionieren Videos, die eine konkrete Frage beantworten:
- Kleine Anleitungen, die Patienten im Alltag ausprobieren können.
- Antworten auf Fragen, die du in jeder Behandlung hörst.
- Einblicke in deine Praxis, damit der erste Termin sich vertraut anfühlt.
Lisas Reel „Sitzen lernen“ ansehen ↗
Wie viel Zeit kostet das neben der Praxis?
Weniger, als die meisten denken, wenn klar ist, was wann kommt. Was Lisa am meisten geholfen hat, war ein fester Plan:
„Mir hat geholfen, einen Fahrplan an die Hand zu bekommen, an dem ich mich entlanghangeln konnte. Dieses Step by Step löst keinen Druck und keinen Stress aus.“
Lisa dreht ihre Videos selbst, den Schnitt übernehme ich. Feedback läuft über WhatsApp, wann es in ihren Tag passt:
„Ich kann nicht jede Woche fünf Telefonate und drei Meetings machen. Die 1:1-Betreuung über WhatsApp passt genau in meine Abläufe.“
„Ich traue mich nicht vor die Kamera.“
Das geht am Anfang fast allen so. Lisa hat es so beschrieben:
„Man traut sich nicht, dann traut man sich, und dann sieht man die eigene Entwicklung.“
Niemand startet souverän. Man wird es, mit jedem Video ein Stück mehr.
Was du rechtlich beachten solltest
- Patienten nur mit Einwilligung zeigen. Wer in deinen Videos zu sehen ist, muss zugestimmt haben, am besten schriftlich. Bei Kindern brauchst du die Einwilligung der Sorgeberechtigten.
- Keine Heilversprechen. Das Heilmittelwerbegesetz gilt auch für Behandlungen. Aussagen, die einen sicheren Erfolg versprechen, sind tabu.
Dieser Abschnitt ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung.
So fängst du an
Es gibt zwei Wege, und beide starten mit demselben Fundament: Analyse, Positionierung und ein Fahrplan für deine Praxis.
- Weg A: Du lernst es selbst. So wie Lisa. Drei bis sechs Monate Begleitung, Feedback über WhatsApp und ein bis zwei Zoom-Calls im Monat. Danach drehst, schneidest und postest du allein.
- Weg B: Ich drehe für dich. Im Umkreis von etwa 1,5 Stunden um Nürnberg komme ich selbst in deine Praxis, weiter weg schicke ich ein eingespieltes Kamerateam.
Du willst erst wissen, wo dein Account heute steht? Der Praxis-Profil-Check zeigt es dir in wenigen Minuten, und das Ergebnis siehst du sofort.
Julia May hilft ästhetischen Praxen und selbständigen Therapeutinnen und Therapeuten, mit eigenen Instagram-Videos sichtbar zu werden. Bevor sie sich selbständig gemacht hat, war sie Kinderkrankenschwester auf einer Station für Früh- und Neugeborene.
